Zum Färben braucht man, von den Färbedrogen abgesehen, vor allem Gefäße. Man sollte die Töpfe, in denen man sein Essen kocht, nicht auch zum Färben benutzen, weil die Färberei z.T. Chemikalien erfordert, die man nicht gern im Essen haben möchte.
Besorge also zunächst alte Töpfe, z.B. vom Flohmarkt. Alte Emailletöpfe, die noch nicht zu 10% aus Rost bestehen, reichen völlig aus. Die Größe hängt davon ab, was Du vorhast. Das Färbegut sollte locker darin schwimmen können. Rein zum experimentieren mit 10-300 g Garn oder Stoff reichen Töpfe von 1-5 L. Um Garne von mehreren hundert Gramm zu färben, sollte der Topf 5-10 L Volumen haben. Fertig gewebter Stoff braucht tenenziell mehr Platz, zumal man meist mehrere Meter in der gleiche Farbe braucht. Für einen leichten Wollstoff von 1,5 x 3 m würde ich z.B. einen Topf von 30L empfehlen. Daumenregel: Pro 100g Trockengewicht ca. 2L Fassungsvermögen.
Für die meisten Färbungen braucht man eine Hitzequelle. Ein Topf von 30L paßt oft nicht zwischen Herdplatte und Dunstabzugshaube, und wenn doch, kann man meist nicht mehr hineinschauen, weil der Topfrand zu hoch ist. Bei solchen Topfgrößen wären einzelne Herdplatten, die man auf den Boden stellen kann, besser. Mein Tip allerdings sind Einkochtöpfe mit integrierter Heizeinheit und Thermostat: Es gibt sie mit bis zu 30L Inhalt, man kann sie auf den Boden stellen (z.B. in gefliesten Räumen oder auf den Balkon, wo es nichts ausmacht, wenn es mal suppt) und der Themostat sorgt dafür, daß das Färbebad nicht zu heiß wird, was v.a. bei Krapp und Stockrose wichtig ist.
Muß man größere Mengen Stoff färben, die in einem 30L-Topf nicht mehr so frei schwimmen, daß man sie gut umrühren kann, hat der Wohnungsfärber nur die Möglichkeit einer Kaltfärbung in der Badewanne. Dafür eignen sich ausschließlich Gerbsäurefärbungen (Walnuß, Eichenrinde, Erlenrinde) und Indigo.
Man sollte mehrere Rührstöcke haben, z.B. Hasel- oder Holunderruten oder Rundstäbe aus bem Baumarkt.
Eine möglichst genaue Waage, um das Färbegut (d.h. den zu färbenden Stoff bzw. das Garn) abzuwiegen, sowie die Beizen und Färbedrogen. Eine Tara-Funktion (d.h. man stellt eine Schüssel drauf und stellt dann wieder auf Null) ist hilfreich.
Wenn man (v.a. bei teuren Färebedrogen wie Indigo und Cochenille) das Färbebad voll ausnutzen will, sollte man Eimer oder Schüsseln haben, in die man das Färbegut legt, wenn man es aus dem Färbebad genommen hat. Eine Wäscheschleuder ist hilfreich, um noch die letzten Reste kostbarer Färbebrühe aus dem Stoff zu kriegen, die man danach wieder in den Färbetopf kippen kann. Auch beim Ausspülen ist sie von Vorteil.
Falls man keinen Einkochtopf mit Theormostat benutzt, sollte man ein Laborthermometer haben, weil manche Färbedrogen nicht über 80°C erhitzt werden sollten. Normale Thermometer beißen schon bei 50°C aus.