Führung: Männermode des 18. Jh.


Kapitel 2

Modekupfer um 1700-1720

Mit dem Ende der Hofhaltung Louis XIV wird die Weste kürzer und nicht mehr so streng zugeknöpft. Die Linie bleibt insgesamt enganliegend. Die Ärmel sind weiterhin relativ kurz, so daß die Hemdsärmel deutlich herausschauen; die Aufschläge reichen bis zur Armbeuge, sind mal relativ schmal, mal weit, und manchmal an der Außennaht offen - sie werden dann "Spanielohren" genannt. Die Cravate im Steinkirk-Stil ist fast verschwunden und macht einem weniger auffälligen Halstuch mit schlicht herabhängenden Enden Platz, hin und wieder auch schon einer stehkragenartigen Halsbinde.

Die Schuhe sind noch immer eckig um die Zehen und mit kleinen Schnallen ausgestattet. Strümpfe sieht man immer öfter unter dem Saum der Kniehose (Culotte) verschwinden, aber auch ebenso oft darübergezogen.

Die Allongeperücke wird allmählich durch kleinere Perücken ersetzt, so z.B. durch die soganannte Bürgerperücke, wie sie dieser Herr trägt und wie man sie von Bach-Portraits kennt. Ältere und konservative Herren, aber auch Ärzte und Rechtsgelehrte halten aber weiter an der Allongepeücke fest.

Als Accessoires trägt der Herr neben dem Degen einen Spazierstock, Handschuhe und den Dreispitz, der hier noch sehr hoch ist. Bei voluminösen Perücken wird er zum "chapeau à bras" degradiert: Zum unter dem Arm getragenen Hut. Auf den Hut völlig zu verzichten, wäre undenkbar gewesen.

<<< ZURÜCK WEITER >>>